Digital Facebook-Nutzerdaten kamen auch in die Hände chinesischer Firmen

10:40  06 juni  2018
10:40  06 juni  2018 Quelle:   nzz.ch

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© Neue Zürcher Zeitung AG Facebook - Nutzerdaten kamen auch in die Hände chinesischer Firmen . Neuer Facebook-Skandal: Handy -Hersteller hatten jahrelang Zugriff auf Nutzerdaten. Facebook räumt neue Panne bei Datensicherheit ein.

Facebook gibt zu, seine Nutzerdaten mit chinesischen Firmen zu teilen. Besonders pikant dabei: Amerikas Geheimdienste warnen vor mindestens einem dieser Kooperationspartner – wegen Sicherheitsbedenken. „Das war ein Fehler und es tut mir leid“, sagte er.

Facebook-Nutzerdaten kamen auch in die Hände chinesischer Firmen © Neue Zürcher Zeitung AG Facebook-Nutzerdaten kamen auch in die Hände chinesischer Firmen

Erneut steht Facebook im Verdacht, persönliche Daten von Nutzern ohne deren Wissen oder Zustimmung weitergegeben zu haben. Die Firma bestreitet, dass dies geschehen sei. Die «New York Times» hatte bereits am Wochenende beschrieben, wie Facebook mit Dutzenden von Firmen Abkommen geschlossen habe, die auch den Austausch von Daten impliziert hätten. Dazu zählten bekannte Namen wie Amazon, Apple, Microsoft, Samsung und Blackberry. Dabei ging es für Facebook darum, auf vielen verschiedenen Geräten und Software-Plattformen einen einheitlichen Auftritt zu erzielen.

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Facebook: Auch chinesische Firmen hatten Zugriff auf Daten. Dass chinesische Firmen Zugriff auf Facebook - Nutzerdaten hatten, hatte schon in den vergangenen Wochen für massive Kritik gesorgt.

Facebook hat mehreren chinesischen Technologiekonzernen Zugang zu Daten seiner mehr als zwei Milliarden Nutzer gewährt. Auch die Kooperationen mit den anderen drei chinesischen Firmen würden bald der Vergangenheit angehören.

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Facebook versucht bei neuen Vorwürfen zu beschwichtigen


Am Dienstag schob die «New York Times» die Meldung nach, zu den Partnerfirmen hätten auch mindestens vier chinesische Unternehmen gezählt, so etwa Huawei, einer der weltweit grössten Hersteller von Mobiltelefonen. Huawei steht bei amerikanischen Behörden auf der Liste nicht vertrauenswürdiger Unternehmen. Ausserdem soll Facebook mit Oppo, TCL sowie Lenovo kooperiert haben. Lenovo produziert unter anderem Laptops und kaufte vor gut einem Jahrzehnt das Computergeschäft von IBM.  

Diese jüngsten Berichte dürften im amerikanischen Kongress und in Teilen der Öffentlichkeit die Bestrebungen verstärken, Facebook dazu zu zwingen, den Umgang mit Daten rückhaltlos offen zu legen. Erneut ist nicht klar, wie vielen Nutzern bewusst war, was mit ihren privaten Daten allenfalls geschah.

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Facebook hat seit Jahren mit Dutzenden von Herstellern kooperiert, um auf deren Produkten erreichbar zu sein. Dazu zählen auch chinesische Firmen , denen Amerikas Behörden nicht [more].

Facebook teilt Nutzerdaten mit Herstellern von Smartphones und anderen Endgeräten. Dennoch soll der Vertrag mit Huawei bis zum Ende dieser Woche beendet werden, sodass keine Nutzerdaten mehr an die chinesische Firma weitergegeben werden.

In einem Statement legte Facebook die offizielle Version der Dinge dar. Demnach gehen diese Vereinbarungen - rund 60 - auf Zeiten zurück, zu denen es keine App-Stores gab. Die Nachfrage nach Facebook sei bei weitem grösser gewesen als die Fähigkeit der Firma, spezifische Versionen der eigenen Software für die vorhandene Vielfalt von Geräten und Betriebssystemen zu liefern. Daher habe man es den Partnerfirmen mit Hilfe von Programmier-Schnittstellen (API) ermöglicht, Funktionen zu kreieren, die denen des Originals möglichst nahe kamen.

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Der Cambridge-Analytica-Fall setzt Facebook unter Druck


Laut Facebook sei man sich jedoch von Anfang an bewusst gewesen, wie heikel die Behandlung von Daten war. Facebook habe die APIs streng kontrolliert. Alle Partner hätten Verträge unterschrieben, die die Verwendung von Daten klar begrenzt hätten. Demnach konnten persönliche Daten von Nutzern nur mit deren Zustimmung auf den jeweiligen Geräten gespeichert werden.

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Facebook hat laut amerikanischen Medien Nutzerdaten mit mehreren chinesischen Smartphone-Herstellern geteilt. Zu den mit den Firmen geteilten Nutzerdaten gehörten dem Bericht zufolge Informationen über Jobs, den Beziehungsstatus und " Gefällt mir "-Angaben.

In der Folge des Skandals um Cambridge Analytica hatte Facebook bereits im April bekannt gegeben, die fraglichen Verträge würden gekündigt. Diese Form der Kooperation sei angesichts der technischen Entwicklung auch gar nicht mehr notwendig, heisst es nun.

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