Finanzen IW-Studie: Viel zu viele Häuser auf dem Land

16:00  19 juni  2017
16:00  19 juni  2017 Quelle:   dpa

Nur zwei Fünftel der Arbeitnehmer sehen Ruhestand sorglos entgegen

  Nur zwei Fünftel der Arbeitnehmer sehen Ruhestand sorglos entgegen Nur 39 Prozent der deutschen Arbeitnehmer sehen dem Ruhestand laut einer Studie des Beratungsunternehmens Deloitte sorglos entgegen. Fast zwei Drittel gingen vielmehr davon aus, dass die gesetzliche Rente gerade einmal die Hälfte ihres individuellen Bedarfs decken werden, teilte Deloitte am Freitag in München mit. Immerhin 80 Prozent sparten aus diesem Grund zusätzlich Geld für das Alter. Nur 39 Prozent der deutschen Arbeitnehmer sehen dem Ruhestand laut einer Studie des Beratungsunternehmens Deloitte sorglos entgegen.

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Deutschlands Häuslebauer bauen in ländlichen Regionen nach Einschätzung des Instituts der Deutschen Wirtschaft viel zu viel. © Foto: Andreas Gebert/Illustration Deutschlands Häuslebauer bauen in ländlichen Regionen nach Einschätzung des Instituts der Deutschen Wirtschaft viel zu viel.

Deutschlands Bauherren bauen in ländlichen Regionen nach Einschätzung des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) viel zu viel.

In einer neuen Studie konstatieren die Kölner Wissenschaftler, dass in vielen Landkreisen deutlich mehr gebaut wird als eigentlich sinnvoll wäre - gemessen an der schrumpfenden Bevölkerung und der Tatsache, dass vielerorts bereits Häuser leer stehen. Das IW empfiehlt den Kommunalverwaltungen eine Reihe von Gegenmaßnahmen.

Gigantischer Andrang: Touri-Flut! Land unter auf Mallorca

  Gigantischer Andrang: Touri-Flut! Land unter auf Mallorca Die Hochsaison im liebsten Urlaubsparadies der Deutschen hat noch gar nicht richtig begonnen, da platzt Mallorca schon aus allen Nähten. Diesen Sommer werden noch mehr Urlauber auf der Mittelmeerinsel erwartet als im Rekordjahr 2016. Und Behörden wie Einheimische haben große Not, den Strom der Sonnenhungrigen zu bewältigen. Protest gegen Massentourismus Graffiti gegen die Ferienvermietung prangen an Häuserwänden in Palma, mit Rollkoffern und Sandalen als Urlauber verkleidet protestierten jüngst 200 Einheimische gegen den Massentourismus, riefen dazu: „Wir sind die Fremden in unserem eigenen Haus“. Die eigentlich als ausgesprochen urlauberfreundlich geltenden Mallorquiner begehren mehr und mehr gegen den gigantischen Andrang auf. Denn aus dem Segen des Tourismus ist für viele Einheimische längst ein Fluch geworden. „Wir können die hohen Mieten nicht mehr zahlen, Wohnungen werden illegal an Touristen vermietet“, beklagt eine Demonstrantin. Die Straßen seien oftmals wegen der vielen Mietwagen überlastet, Innenstädte überfüllt. Rekord soll übertroffen werden Weil es im Gegensatz zu anderen Urlaubsregionen in Zeiten des Terrors als sicher gilt, wurde Mallorca schon im vergangenen Jahr von Touristen geradezu überrollt. Im August 2016 etwa waren 1,5 Millionen Menschen auf der Insel – doppelt so viele wie dort gemeldet sind. Im bevorstehenden Sommer soll der Rekord noch mal übertroffen werden.

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«Wir stellen mit Schrecken fest, dass in ländlichen Regionen immer noch sehr viele Einfamilienhäuser gebaut werden», sagte IW-Immobilienexperte Michael Voigtländer. «Wir haben durch die neue Bautätigkeit eine verstärkte Zersiedelung.» Falls die Bauherren von heute ihre Häuser in der Zukunft wieder verkaufen wollen, werden sie sich nach Einschätzung Voigtländers sehr schwer tun: «Da die Bevölkerung schwindet, fällt die Nachfrage langfristig weg. Das wirkt sich natürlich auf die Preisentwicklung aus.» Neben sinkenden Preisen und Zersiedelung erwarten die Forscher noch ganz andere negative Folgen wie verödende Dorfzentren und neue Leerstände.

In der Studie werden exemplarisch einige Landkreise genannt: Im niedersächsischen Kreis Emsland etwa sind demnach zwischen 2011 und 2015 mehr als 1060 Wohnungen mehr gebaut worden, als auf Basis der Bevölkerungsentwicklung und der bereits bestehenden Leerstände zu erwarten gewesen wäre. Zum Großteil handelt es sich dabei um große Wohnungen oder Einfamilienhäuser.

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Die Entwicklung ist aber keineswegs auf Norddeutschland begrenzt: In weiten Teilen des wirtschaftsstarken Bayern wird laut IW ebenso zu viel gebaut wie im Schwarzwald, in der Eifel oder in Nordhessen. Ein Extrembeispiel: Im Landkreis Waldeck-Frankenberg nördlich von Marburg wären nach IW-Einschätzung lediglich sieben neue Wohnungen notwendig gewesen. Gebaut wurden jedoch fast 200, was laut Studie 2764 Prozent des Bedarfs entspricht.

In den Ballungsräumen hingegen fehlen weiter Wohnungen. In Berlin etwa sind laut Studie in den vergangenen Jahr nur 40 Prozent der eigentlich benötigten Wohnungen gebaut worden, in München 43 Prozent und in Hamburg 59 Prozent.

Die Kölner Immobilienforscher stehen mit ihrer Einschätzung nicht alleine da: «Wir haben ein Stadt-Land-Gefälle in der Bautätigkeit», sagte Stephan Kippes, Marktforschungsleiter beim Immobilienverband Deutschland Süd in München. «In der Summe hätten wir eigentlich genug Wohnraum in Deutschland - wenn er an der richtigen Stelle wäre.» Nach einer 2016 veröffentlichten Schätzung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung stehen in ländlichen Regionen Deutschlands fast zwei Millionen Wohnungen leer.

Befördert wird die ungünstige Entwicklung laut IW-Studie von den Niedrigzinsen der vergangenen Jahre, die den Kauf einer Immobilie vergleichsweise günstig machen. Das Gebrauchthaus ist offensichtlich nicht übermäßig beliebt. «Viele Familien bauen lieber etwas Neues», sagte Voigtländer. «Das ist verständlich, aber man müsste gleichzeitig leerstehende alte Häuser abreißen. Sinnvoll wäre eine Fokussierung auf den Bestand.»

Das IW empfiehlt Kommunen mit ausuferndem Neubau ein robustes Vorgehen: keine neuen Baugebiete ausweisen, Neubauten an den Abriss von alten Häusern koppeln und die Ortskerne attraktiver machen.

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Vor zehn Jahren wurde das Elterngeld eingeführt. Immer mehr Mütter nehmen Elternzeit - und kehren danach früher in den Job zurück. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln), die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Während demnach im Jahr 2006 rund 27 Prozent der Mütter zwischen Geburt und erstem Geburtstag ihres Kindes in Elternzeit waren, verdoppelte sich der Anteil auf knapp 60 Prozent aller Mütter im Jahr 2014. Im zweiten Lebensjahr des Kindes - also zwischen erstem und zweitem Geburtstag - waren hingegen mehr Mütter berufstätig: Es arbeiteten rund 43 statt zuvor 35 Prozent.

Source: http://de.pressfrom.com/nachrichten/finanzen/-41759-iw-studie-viel-zu-viele-hauser-auf-dem-land/

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