Finanzen Osteuropa: Die Nutella-Krise

11:46  12 oktober  2017
11:46  12 oktober  2017 Quelle:   ZEIT ONLINE

Auch Bode stützt Nouri: "Wir vertrauen ihm"

  Auch Bode stützt Nouri: Manager Frank Baumann hatte seine Job-Garantie für Werder-Coach Alexander Nouri vorm Kellerduell in Köln bereits am Dienstag erneuert, aus der Mannschaft kommt ohnehin permanent (verbale) Unterstützung für den Coach. Im Gespräch mit dem kicker bestätigte am Mittwoch nun auch Aufsichtsratschef Marco Bode die allgemeine Rückendeckung für den Trainer.Zwischen Aufsichtsrat und Geschäftsführung gebe es auch in dieser Frage keine Dissonanzen, so Bode: "Was Frank (Baumann, die Redaktion) gesagt hat, ist unsere einhellige Meinung." Zwar bestätigt Bode eine gemeinsame Sitzung der Gremien am Sonntagabend nach dem 0:2 gegen Gladbach, über die der "Weserkurier" am Mittwoch berichtete.

Osteuropa Nun wird Merkel auch noch eine Nutella - Krise aufs Brot geschmiert. Einige westliche EU-Diplomaten kritisierten auch, dass die Osteuropäer das Thema bewusst lancieren würden, um die heimische Wirtschaft zu schützen und vor allem den Kauf einheimischer Produkte anzukurbeln.

Osteuropa: Die Nutella-Krise © Charly Triballeau Osteuropa: Die Nutella-Krise

Verkaufen bekannte Marken in Osteuropa minderwertige Lebensmittel? Tatsächlich gibt es Unterschiede zwischen den Rezepturen – was aber nicht gleich Panscherei bedeutet.

Falls die Europäische Union demnächst zerbricht, dann womöglich wegen ein paar Gläsern Nutella. Zumindest mahnen das derzeit lautstark die Politiker mehrerer osteuropäischer Länder an, die sich zu einem länderübergreifenden Bündnis formiert haben. Ein Bündnis gegen die "Zweiklassengesellschaft in der EU" und dagegen, der "Mülleimer Europas" zu sein.

Es geht ihnen dabei ums Essen und um den zunehmenden "Lebensmittelrassismus" der großen Konzerne, der sich zum Beispiel an Nutella zeige. Denn Schokocreme ist nicht gleich Schokocreme, und sie selbst werden mit der B-Ware abgespeist. So empfinden sie es jedenfalls und deshalb wollen die Slowakei, Tschechien, Polen, Ungarn, Slowenien, Kroatien, Bulgarien, Rumänien und Litauen nun dagegen kämpfen.

Krise bei Kaufhof: Wird den Mitarbeitern das Gehalt gekürzt?

  Krise bei Kaufhof: Wird den Mitarbeitern das Gehalt gekürzt? <p>Schlechte Nachrichten für die etwa 320 Hamburger Kaufhof-Mitarbeiter und ihre knapp 21.000 Kollegen im Rest des Landes.</p>Das Unternehmen habe mit der Gewerkschaft Verdi Gespräche aufgenommen, um einen Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung abzuschließen, teilte der Kaufhof-Chef am Dienstag mit. Ziel sei es, dem Unternehmen eine „wirtschaftliche Atempause“ zu verschaffen, bis die vom neuen kanadischen Eigentümer HBC angestoßenen Wachstumsmaßnahmen Wirkung zeigten, sagte Link.

Nutella ist nicht gleich Nutella? Das befürchten mehrere osteuropäische Staaten. Sie werfen westlichen Lebensmittelherstellern vor, nach Osteuropa deutlich schlechtere Produkte als nach Ausland Osteuropa . Nun wird Merkel auch noch eine Nutella - Krise aufs Brot geschmiert.

Macht es einen Unterschied, ob ich in Berlin oder Budapest in ein Nutella -Brötchen beiße? Ja, im Osten Europas sei der Schoko-Aufstrich deutlich schlechter, das beklagen laut einem Bericht der „Tagesschau“ die Visegrad-Staaten vor der EU-Kommission.

Der Vorwurf an die Westländer: Deren große Lebensmittelkonzerne würden im Osten Europas Nahrungsmittel von minderwertiger Qualität verkaufen. Was dort mit bekannten Markennamen in den Handel komme, habe wenig mit den Produkten zu tun, die andernorts in der EU verkauft werden. Lebensmitteltests diverser Prüfstellen hätten ergeben, dass die Rezepturen deutlich abwichen.

Steckt in Fischstäbchen weniger Fisch?

So seien in Limonaden mehr Austauschstoffe wie Sirup statt Raffinadezucker festgestellt worden. In Fischstäbchen stecke weniger Fisch, in der Wurst mehr Fett und Flüssigkeit statt Fleisch. Und Tütensuppen enthielten weniger Gemüseanteile und Fleischkrümel sowie insgesamt weniger Instantpulver. Das sei "einer der größten Skandale der jüngsten Vergangenheit", wetterte kürzlich János Lázár, Leiter der Staatskanzlei des ungarischen Regierungschefs Viktor Orbán.

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Rundschau für Klardenker und Freidenker by .

Fehler. Krise .

Seit Monaten nähren einige Lebensmittelanalysen tatsächlich den Verdacht, dass die Vorwürfe, zumindest teilweise, wahr sein könnten: Die ungarische Lebensmittel-Sicherheitsbehörde verglich 24 Produkte, die sie bei Discounterketten in Österreich und Ungarn kaufte und stellte deutliche Unterschiede fest. Das slowakische Landwirtschaftsministerium ließ 22 Markenprodukte untersuchen und kam zum Schluss, dass die Rezepturen tatsächlich abwichen. Und eine Studie der Universität Prag im Auftrag einer EU-Abgeordneten entdeckte den geringeren Fischgehalt im Stäbchen und den Sirup im Colagetränk.

Die Hersteller passen die Rezepte an Geschmäcker an

Die Hersteller der betroffenen Produkte entgegnen: Bisher habe ihnen niemand offengelegt, wie überhaupt getestet worden sei. Gab es nur Stichproben und Geschmacksvergleiche? Oder tatsächlich umfangreiche Laboranalysen? Zwar gebe es bisweilen unterschiedliche Rezepturen, mit denen man die Produkte an die nationalen Geschmäcker anpasse, räumen einige Produzenten ein. Aber dass die Qualität der verwendeten Grundstoffe grundsätzlich eine andere sei, etwa bei Milchprodukten, bestreiten alle. Nun wird die Europäische Union eine halbe Million Euro ausgeben, um den Wahrheitsgehalt der Vorwürfe zu überprüfen.

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Schon seit Jahrzehnten schmecken Markenprodukte nicht überall gleich, weil viele Hersteller ihre Rezepturen an die Geschmäcker in den Verkaufsländern anpassen. Deshalb weiß man von Nutella, dass sie in Nordeuropa fester ist und nur matt glänzt, während sie rund ums Mittelmeer süßer schmeckt, weil der Süden es süßer mag. Dort ist sie auch cremiger, weil sonst in Frankreich, Italien oder Spanien das Weißbrot zerfleddert. Von Haribo und Coca Cola ist ebenfalls bekannt, dass sie den Geschmack ihrer Süßwaren an ihre Abnehmerländer anpassen.

Auch bei Tütensuppen scheint es gängig zu sein, bestätigt der Ernährungsexperte und Food-Detektiv Hans-Ulrich Grimm: "Ich habe in der Tat bei meinen Recherchen vor Jahren ähnliche Beobachtungen gemacht. Es ging damals um 5-Minuten-Terrinen von Maggi. Ich hatte eine Fabrik nördlich des Ruhrgebietes besucht, dort haben mir die Maggi-Leute erklärt, dass sie für alle möglichen Länder unterschiedliche Versionen anbieten: für Polen andere als für Irland, für die Schweiz andere als für Deutschland." Es ist also längst nicht immer dasselbe drin, auch wenn überall derselbe Name drauftseht.

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Die Frage ist nur: Wo endet die individuelle Geschmacksvariation – und wo beginnt die Panscherei auf Kosten der Qualität?

"Die Produkte sind ja nicht automatisch schlechter"

Wenn in der österreichischen Nutella weniger Magermilchpulver steckt und dafür mehr Molkenpulver als in der deutschen, so wie es Verbrauchervergleiche im Internet aufschlüsseln? Wenn eine Limofirma in einem Land mehr Sirup verwendet statt weißen Zucker? Oder wenn eine Keksfirma ihre Butterkekse mancherorts mit mehr pflanzlichem Palmöl backt als mit tierischer Butter? Hans-Ulrich Grimm, sonst ein großer Kritiker der Lebensmittelbranche, findet: "Das ist rein qualitativ betrachtet nicht sehr erheblich, weil es nur um unterschiedliche Mischungsverhältnisse unterschiedlich ungesunder Inhaltsstoffe und Chemikalien geht. Ob es wirklich Anlass zum Beleidigtsein gibt, ist sehr die Frage."

Selbst wenn die Firmen in manchen Ländern andere Zutaten verwenden, um Geld zu sparen, könne man ihnen das nicht wirklich vorwerfen, findet auch Tomaso Duso, Experte für Lebensmittelhandel beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW): "Die Produkte sind ja nicht automatisch schlechter, nur weil die Firmen Zutaten benutzen, die weniger kosten." Eine Grenze müsse man allerdings ziehen: "Wenn dabei Inhaltsstoffe zugesetzt würden, die gesundheitlich schädlich wären, dann wäre das tatsächlich ein Fall für den Verbraucherschutz und dann würde ich es den Herstellern anlasten. Denn in solchen Ländern ist der Verbraucherschutz viel schwächer ausgeprägt als bei uns, das wissen die Produzenten."

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  Primark expandiert in weitere deutsche Städte Der wegen seiner Kampfpreise in Deutschland gefürchtete Textildiscounter Primark will in weiteren Städten Fuß fassen. Allein in den nächsten zwölf Monaten sollen fünf neue Geschäfte in Bielefeld, Münster, Stuttgart, Ingolstadt und München eröffnet werden, wie Deutschland-Chef Wolfgang Krogmann der Deutschen Presse-Agentur in Münster sagte.Primark wachse organisch und schreibe dabei schwarze Zahlen, sagte der Manager. Bei der weiteren Expansion habe das Unternehmen vor allem Städte mit «deutlich mehr als 150 000 Einwohnern» im Blick.Einen Primark-Online-Shop soll es dagegen auch weiterhin nicht geben.

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Es gibt keine Pflicht für identische Rezepturen

Es gibt jedoch keine Regel, wonach Unternehmen in jedem Land ihre Produkte mit der gleichen Rezeptur herstellen müssen. Das stellte auch die EU-Kommission im Verlauf der Diskussion so fest. Rein rechtlich gilt nur: Die korrekten Inhaltsstoffe und Mengenangaben müssen auch auf der Verpackung stehen. Damit kann der Kunde selbst entscheiden, ob ihm das Produkt taugt.

Zwar sei eine weitere Harmonisierung des EU-Verbraucherschutzes durchaus wünschenswert, findet DIW-Experte Druso. Aber es wäre eine enorme Beschränkung, wenn die EU künftig anhand des Durchschnittsgeschmacks eines Durchschnittseuropäers entscheiden würde, wie ein EU-Produkt schmecken muss. "Als Italiener wäre ich damit nicht glücklich, wenn die EU einen Durchschnitts-Nudelgeschmack definiert."

Die Deutschen kriegen den schlechtesten Spargel

Das wahre Problem liegt ohnehin nicht in den Feinheiten der Rezeptur, sagt Food-Detektiv Hans-Ulrich Grimm: "Bei der Industrienahrung gibt es meiner Ansicht nach kein Gut und Schlecht – sondern nur unterschiedliche Abstufungen von Schlecht." All das, was aus den Fabriken komme, sei "processed food", also heftigst verarbeitetes Essen, "das ist in der Medizin heute eine eigenständige Risikokategorie."

Wer sichergehen will, dass er gute Lebensmittel konsumiert, der sollte am besten auf Industrielebensmittel verzichten, sondern vor allem frisches Obst und Gemüse kaufen. Aber auch das ist gar nicht so einfach, denn dabei gibt es wohl die nächste europäische Zweiklassengesellschaft – bei der allerdings Deutschland die B-Ware abbekomme, so Grimm. "Eine Landfrau, die mal mit ihrem Landfrauenverein in Spanien war und Gemüseplantagen besichtigt hatte, erzählte mir, dass die Deutschen die minderwertigsten Chargen bekommen. Weil es ihnen ohnehin nicht um die Qualität des Gemüses gehe, sondern nur um den Preis."

Real-Präsident Perez rechnet nicht mit Liga ohne Barcerlona .
Rea-Präsident Florentino Perez hält eine Liga ohne Barcelona für unwahrscheinlich. Das wäre eine mögliche Folge der Unabhängigkeit Kataloniens.Die Katalonien-Krise beschäftige ihn wie alle, aber er sei zuversichtlich, dass beide Seiten "dieses Problem auf die beste Art und Weise klären" werden. Zuvor hatte bereits Real-Trainer Zinedine Zidane erklärt, dass er sich nicht vorstellen könne, dass Barca La Liga verlassen werde.

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