Sport Fifa beschließt Mammut-WM - Jetzt feilschen die Kontinente um die Startplätze

12:10  12 januar  2017
12:10  12 januar  2017 Quelle:   RP ONLINE

"Mega-WM": Europa und Südamerika könnten die großen Verlierer sein

  Sollte die WM-Endrunde ab 2026 tatsächlich aufgestockt werden, könnten die Fußball-Kontinente Europa und Südamerika zu den großen Verlierern zählen. So steht es laut DFB-Präsident Reinhard Grindel im Faktenpapier des Weltverbandes FIFA."Von den acht neu geschaffenen Startplätzen bei den 40er-Modellen sollen Europa und Südamerika jetzt gemeinsam nur eineinhalb erhalten", sagte Grindel: "Das ist in meinen Augen der falsche Ansatz, weil das Problem der qualitativen Verwässerung des Wettbewerbs dadurch verstärkt würde."Das FIFA-Council wird am Montag und Dienstag in Zürich über die Aufstockung beraten.

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Auch ohne Fußball ein beliebtes Reiseziel

Nach dem historischen WM-Beschluss läuft der Verteilungskampf der Fußball-Kontinente. Für Europa trommelt auch DFB-Boss Reinhard Grindel. Fifa-Chef Gianni Infantino kann die Diskussion entspannt verfolgen. 

Porträt: Infantino - neuer Fifa-Präsident: Auch bei der Mammut-WM 2026 geht es um den begehrten Pokal. © dpa, jhe nic Auch bei der Mammut-WM 2026 geht es um den begehrten Pokal.

Der Weltmeister steht in der Schmollecke, doch das große Grummeln nutzt dem deutschen Fußball nichts. Bei allem Unverständnis für die von Fifa-Boss Gianni Infantino durchgesetzte 48er-WM hat DFB-Chef Reinhard Grindel deshalb auch schnell in den Angriffsmodus umgeschaltet und sich - obwohl international noch ohne Amt und Mandat - zum kontinentalen Vorkämpfer für möglichst viele europäische Startplätze beim Mammut-Turnier 2026 gemacht.

17 Ja-Stimmen für die "Mammut-WM"

  17 Ja-Stimmen für die Trotz der Proteste vieler großer Vereine wird die WM ab 2026 vermutlich mit 48 Mannschaften gespielt. Gianni Infantino, der neue Präsident des Fußball-Weltverbandes Fifa, hat es eilig. Schon an diesem Dienstag, beim Fifa-Kongress in Zürich, könnte jene Entscheidung fallen, die die Fußballwelt seit Monaten spaltet. Gleich nach der Begrüßung und zwei Updates steht bereits als vierter Tagesordnungspunkt der Fifa-Exekutive die WM 2026 auf der Agenda.

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"Bei allem Verständnis und aller Sympathie für die Bestrebungen, den Fußball auch weiter in Regionen Afrikas und Asiens zu entwickeln, muss jedem auch klar sein, dass es allen dient, den elementar wichtigen Kernmarkt Europa auch bei den Startplätzen weiterhin stark abzubilden", sagte Grindel nach dem außerhalb Europas überall hoch willkommenen Fifa-Beschluss.

16 neue Plätze für sechs Verbände

16 neue WM-Plätze können in den nächsten Monaten an die sechs Konföderationen vergeben werden. Möglicherweise fällt eine Entscheidung rund um den Fifa-Kongress am 11. Mai in Bahrain, bei dem Grindel sehr wahrscheinlich in das Fifa-Council einziehen wird. Infantino versprach, dass alle einen Zuschlag bekommen. Aber: "Manche werden mehr mehr bekommen, andere weniger mehr", sagte der Fifa-Boss.

Portugals Europameister-Trainer Santos begrüßt WM-Aufstockung

  Portugals Europameister-Trainer Santos begrüßt WM-Aufstockung Laut dem Erfolgscoach wird die Mega-WM zu einem stärkeren Wettbewerb führen. Ab 2026 soll die Gruppenphase unter anderem in Dreiergruppen ausgetragen werden.Nach der Entscheidung des Weltverbandes FIFA, die Teilnehmerzahl von 32 auf 48 zu erhöhen, hatte es Kritik gehagelt. DFB-Präsident Reinhard Grindel hatte sich "nicht glücklich" gezeigt, Bundestrainer Joachim Löw kann der Aufstockung "aus rein sportlicher Sicht gar nichts abgewinnen". Der spanische Ligaverband LFP erwägt sogar, rechtliche Schritte einzuleiten.

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Auch Fifa-Vizepräsident Scheich Ibrahim bin al-Chalifa zögerte als asiatischer Verbandschef aus gutem Grund nicht, für seinen Kontinent verbal zu trommeln. "Wir glauben, dass Asien als größter Kontinent mehr Plätze verdient als bislang, wenn man sich die Wirtschaftskraft anschaut und die Beliebtheit des Spiels sowie der riesigen Fußball-Entwicklung auf allen Ebenen", sagte der Bahrainer, der als Council-Mitglied den historischen Beschluss mit durchgewunken hatte.

Im Kampf um die Quoten darf auch ein bisschen geschummelt werden. Größter Fußball-Kontinent ist nicht Asien, sondern immer noch Europa mit 55 Fifa-Mitgliedern. Wie Afrika (54) werden aber auch die Asiaten (47) die großen Gewinner der Mammut-WM sein und die prozentual größten Steigerungsraten verbuchen können.

Infantino kommt das Gerangel in jedem Fall gelegen. Solange die Quoten nicht fix sind, wird es keine Kritik am in der Frage mächtigen Fifa-Chef geben - wohl nicht einmal vom aktuellen Weltmeister. "Da der Beschluss aber im Fifa-Council einstimmig getroffen wurde, gilt es nun, ihn zu respektieren und den Blick nach vorn zu richten", sagte Grindel.

32, 40, 48: Wie sieht die WM künftig aus? .
Dieser Tage mehren sich mal wieder die Stimmen, dass der Terminplan im Fußball bereits zu voll sei. Dessen ungeachtet wird die FIFA aller Voraussicht nach am Dienstag beschließen, dass die WM künftig nicht mehr mit 32 Teams ausgetragen werden wird. Doch wie sehen die verschiedenen Varianten aus und was haben sie zur Folge? Derzeit deutet alles darauf hin, dass die WM-Endrunde ab 2026 künftig mit 48 Teams ausgetragen werden wird. "Eine überwältigende Mehrheit ist dafür", bestätigte FIFA-Präsident Gianni Infantino.

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