Sport Der mächtige Strippenzieher des Coutinho-Deals

23:20  09 januar  2018
23:20  09 januar  2018 Quelle:   sport1.de

Transfergerücht: FC Barcelona an Bayer-Youngster Kai Havertz interessiert

  Transfergerücht: FC Barcelona an Bayer-Youngster Kai Havertz interessiert Der spanische Pokalsieger FC Barcelona ist einem Medienbericht aus Spanien zufolge an Bayer Leverkusens Kai Havertz interessiert. Die Mundo Deportivo schreibt, dass Barca den 18-Jährigen regelmäßig beobachten lasse. In Leverkusen besitzt er noch einen bis 2022 gültigen Vertrag, der einen Transfer entsprechend teuer machen würde.

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Top- Deals .

Der Wechsel von Philippe Coutinho zum FC Barcelona ist der Hammer des aktuellen Winter-Transfermarkts - und ohne diesen Mann wäre er nicht möglich gewesen.

Kia Joorabchian, 46 Jahre alt, gebürtiger Iraner, ehemaliger Öl-Broker und Hedgefonds-Manager, ist Coutinhos Vertrauensmann hinter den Kulissen, der Strippenzieher hinter dem großen Deal.

Einem Deal, der ein Schlaglicht darauf wirft, wie ein der breiten Öffentlichkeit eher unbekannter Verhandler in den vergangenen 15 Jahren zu einem der wichtigsten Männer im Weltfußball aufgestiegen ist.

Einer der einflussreichsten Agenten der Welt

Die englische Zeitung Telegraph setzt Joorabchian in einem Ranking der einflussreichsten Agenten auf Platz vier hinter den Top-Beratern Jonathan Barnett (u.a. Gareth Bale), Mino Raiola (u.a. Paul Pogba und Zlatan Ibrahimovic) und Jorge Mendes (u.a. Cristiano Ronaldo, James Rodriguez und Jose Mourinho).

Hat Nike versehentlich Coutinho-Wechsel bekannt gegeben?

  Hat Nike versehentlich Coutinho-Wechsel bekannt gegeben? Philippe Coutinho steht seit Sommer auf dem Wunschzettel des FC Barcelona, im Januar wollen die Katalanen den Brasilianer endlich bekommen. Nun hat Sportartikelhersteller Nike versehentlich preisgegeben, dass der Wechsel wohl feststeht. Im Webshop Barcas wurde bereits angekündigt, dass man ein Trikot des 25-Jährigen kaufen kann. Der Beschreibungstext unter einem Bild, auf dem Andres Iniesta zu sehen ist, lautet: "Philippe Coutinho ist bereit, das Camp Nou zum Leuchten zu bringen. Hol dir dein Barcelona-Trikot mit dem Namen des Zauberers darauf.

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Joorabchian arbeitet neben Coutinho auch mit dessen Landsleuten David Luiz, Oscar und Willian.

Für Luiz hat er gleich drei Top-Transfers für insgesamt mehr als 110 Millionen Euro auf den Weg gebracht: Von Benfica Lissabon zum FC Chelsea, von Chelsea zu Paris Saint-Germain und von PSG zurück nach London. Oscar transferierte er im Januar 2017 für umgerechnet 58 Millionen Euro von Chelsea zum chinesischen Erstligisten Shanghai IPG.

Außerordentlich gut vernetzt

Joorabchian hat zwar keine offizielle Berater-Lizenz, ist aber international außerordentlich gut vernetzt und beschäftigt ein Team, das Spieler schon in jungen Jahren scoutet. Coutinho beobachtete sein Team seit dessen 12. Lebensjahr.

Im Sommer 2016 brachte er die Transfers des portugiesischen Europameisters Joao Mario und des brasilianischen Talents Gabriel Barbosa zu Inter Mailand für insgesamt mehr als 70 Millionen auf den Weg.

Eklat im FA Cup? Rassismusvorwürfe gegen Liverpools Roberto Firmino

  Eklat im FA Cup? Rassismusvorwürfe gegen Liverpools Roberto Firmino Im FA-Cup-Duell der beiden Erzrivalen FC Liverpool und FC Everton (2:1) geriet Reds-Angreifer Roberto Firmino mit Gegenspieler Mason Holgate aneinander. Im FA-Cup-Duell der beiden Erzrivalen FC Liverpool und FC Everton (2:1) geriet Reds-Angreifer Roberto Firmino mit Gegenspieler Mason Holgate aneinander. Nachdem Holgate den Brasilianer unnötig über die Spielfeldrand-Bande gestoßen hatte, stürmte Firmino auf den Toffees-Verteidiger los und attackierte ihn verbal. Offenbar könnte es dabei zu einer rassistischen Äußerung gekommen sein.

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Ein weiterer großer Coup des englisch-iranischen Unternehmers war der Transfer des ehemaligen Real-Stars Robinho im Jahr 2008 für die damalige englische Rekordsumme von 32,5 Millionen Pfund (ca. 37 Mio. Euro) zu Manchester City.

Verbindungen zu Ismaik und Abramowitsch

Auch in Deutschland hat der quirlige Geschäftsmann seine Verbindungen. Er gilt als enger Vertrauter von 1860-Investor Hasan Ismaik und soll für den Jordanier Ende 2016 den Portugiesen Vitor Pereira als Trainer zu den Löwen geholt haben. Das war am Ende dann einer seiner weniger erfolgreichen Verkupplungsgeschäfte.

Joorabchian wird auch ein sehr gutes persönliches Verhältnis zu Chelsea-Mäzen Roman Abramowitsch nachgesagt.

Joorabchian brachte Costa zum FC Bayern

Dank seiner guten Brasilien-Connections lotste er für den Abramowitsch-Klub unter anderem den Brasilianer Willian von Schachtjor Donezk nach London. In Donezk hatte er bis zu sechs Profis gleichzeitig unter seinen Fittichen, Douglas Costa fand von dort aus 2015 für 30 Millionen Euro den Weg zum FC Bayern.

Klopp: "Man kann Herz und Seele des LFC nicht transferieren"

  Klopp: Im Sommer konnten sie ihn noch halten, ein halbes Jahr später nicht mehr: Philippe Coutinho verlässt den FC Liverpool Richtung Barcelona. Jürgen Klopp gab sich am Samstagabend kämpferisch. Reds-Fans, die seit Sommer ein Coutinho-Trikot gekauft haben, werden entschädigt. In Liverpool hatten sie seit dem Sommer Zeit, sich auf diesen Tag vorzubereiten. So war es auch zu erklären, dass kurz nach der Meldung beider Klubs über eine Einigung in Sachen Coutinho ein langes Klopp-Statement auf der Internetseite der Reds veröffentlicht wurde.

Walmer Castle bei Deal .

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Sein wachsender Einfluss sorgte nicht zuletzt deswegen für Ärger. Ex-Schachtjor-Trainer Mirca Lucesco beschuldigte ihn, er übe Druck auf die Klubführung aus und wolle Transfers erzwingen.

Dubiose Geschäfte in Brasilien

Joorabchians Karriere im Fußball hatte 2004 begonnen, als er mit der von ihm gegründeten Firma Media Sport Investments (MSI) mit 52 Millionen Dollar als Geschäftspartner beim brasilianischen Traditionsklub Corinthians in Sao Paulo einstieg. MSI wurde durch einen Fond von nicht genannten Geldgebern finanziert, der Verdacht der Geldwäsche stand im Raum.

Für fast die Hälfte des Investments holte er Carlos Tevez von den Boca Juniors, 2006 transferierte er den Argentinier zusammen mit dem heutigen Barca-Profi Javier Mascherano an West Ham United.

Doch es gab Ärger, weil Joorabchian mit MSI weiterhin die Transferrechte an Tevez hielt und dadurch gegen englische Regularien verstieß.

Carlos Albertos Transfer sorgt für Wirbel

Kia Joorabchian (r.) ist u.a. Berater von Philippe Coutinho, David Luiz und Carlos Tevez © SPORT1-Grafik: Picture Alliance/ Getty Images/ Zimmermann Kia Joorabchian (r.) ist u.a. Berater von Philippe Coutinho, David Luiz und Carlos Tevez

Joorabchian brachte Tevez schon 2007 bei Manchester United unter und leitete später den Wechsel des Argentiniers zum Stadtrivalen Man City ein. Mascherano wechselte 2007 mit seiner Hilfe zum FC Liverpool und 2010 nach Barcelona.

Coutinho bei Barca-Vorstellung: "Bin nicht wie Neymar"

  Coutinho bei Barca-Vorstellung: Coutinho ist der Königstransfer des FC Barcelona. Vergleiche mit seinem Landsmann Neymar scheut er jedoch, er wolle "seinen eigenen Platz" finden."Ich möchte spielen, Titel gewinnen und die Fans glücklich machen", sagte er: "Das sind meine Ziele. Ich möchte mich bei Gott und meiner Familie bedanken, aber auch bei allen Leuten, die mitgeholfen haben, diesen Deal zu ermöglichen", fügte er hinzu.

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Ebenfalls 2007 machte der Transfers des Brasilianers Carlos Alberto zu Werder Bremen Schlagzeilen. Joorabchian spielte damals Werder und den Hamburger SV gegeneinander aus.

Treffen in Boston mit Liverpools Klubbesitzern

Nun also Coutinho. Etwa 120 Millionen soll Barca an den FC Liverpool für den Brasilianer gezahlt haben, inklusive erfolgsabhängiger Variablen könnte der Deal auf insgesamt 160 Millionen kommen.

Nach einem Bericht der spanischen Zeitung Sport hatte Joorabchian schon im September ein Treffen in Boston organisiert. Dort habe er den Wechseln mit Coutinho, dessen Brüdern und Vertretern der Fenway Sports Group, die den FC Liverpool besitzt, bereits ausverhandelt.

"Wenn ein Verein wie Barcelona einen Coutinho holen will, können sie nicht einfach Liverpool anrufen", sagte ein namentlich nicht genannter englischer Sportdirektor der Zeitung Daily Mail. "Er (Joorabchian) hat die Verbindungen und wird einen Weg finden, um mit den Klubbesitzern Kontakt aufzunehmen und zu verhandeln. Er ist ein Macher."

Medien: Verwirrung um Rafinha-Zukunft - Inter bietet für den Thiago-Bruder vom FC Barcelona .
Der FC Barcelona steht vor dem Rückrundenauftakt unangefochten an der Tabellenspitze von La Liga. Der zweimalige brasilianische Nationalspieler verpasste aufgrund eines Kreuzbandrisses den Großteil der Saison mit dem FC Barcelona und meldete sich erst kurz vor Weihnachten wieder zurück. Dass er jedoch bei der aktuell eingespielten und erfolgreichen Mannschaft (Barca ist in der Liga bislang ungeschlagen) von Coach Ernesto Valverde auf viel Spielzeit kommen wird, gilt als unwahrscheinlich.

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