Welt & Politik Referendum: Warum Erdogan in Deutschland mehr Unterstützung hat als in der Türkei

09:40  19 april  2017
09:40  19 april  2017 Quelle:   Kölner Stadt-Anzeiger

Hohe Wahlbeteiligung bei türkischem Referendum in Deutschland

  Hohe Wahlbeteiligung bei türkischem Referendum in Deutschland Die geplante Einführung eines Präsidialsystems in ihrer Heimat hat die Türken in Deutschland mobilisiert. Rund die Hälfte der wahlberechtigten Türken hat sich an der Abstimmung über die Verfassungsänderung beteiligt. © DW/S. Pabst Von den rund 1,4 Millionen in Deutschland registrierten türkischen Wähler haben 48,73 Prozent ihre Stimme abgegeben. Das teilte die Wahlkommission in Ankara mit. Allerdings ist das - auch nach Schließung der Wahllokale in Deutschland - noch nicht die abschließende Beteiligung: So können Auslandstürken noch bis zum Tag des Referendums in der Türkei an Grenzübergängen abstimmen.

Türkei stimmt über Präsidialsystem ab. Mehr anzeigen Weniger anzeigen. © 2017 New Media Online GmbH - Alle Rechte vorbehalten. Türkei - Referendum . Neue Nachrichten vorhanden. Fenster schließen.

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Hohe Wahlbeteiligung und eine knappe Zustimmung in der Türkei, eher geringe Wahlbeteiligung und ein deutliches Ja in Deutschland: Die Türken hierzulande haben der Verfassungsreform von Präsident Recep Tayyip Erdogan mit 63,1 Prozent zugestimmt - allerdings gaben laut Medienberichten weniger als 46 Prozent ihre Stimme ab. Insgesamt votierten beim Referendum rund 51 Prozent für Erdogans Pläne - bei einer Beteiligung von 85 Prozent.

Warum findet Erdogan mehr Unterstützung bei den türkischen Wählern in Deutschland als in der Türkei?

Kauder fordert von Muslimen mehr religiöse Toleranz

  Kauder fordert von Muslimen mehr religiöse Toleranz Unionsfraktionschef Volker Kauder hat zu Ostern - auch angesichts der Entwicklung in der Türkei - von den Muslimen weltweit mehr religiöse Toleranz gefordert. «Im Islam gibt es hier leider Defizite», sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Gerade die Fanatiker der Terrormiliz Islamischer Staat beriefen sich leider auch auf die Lehren des Korans.«Diesen offenkundigen Irrlehren muss von den geistigen Autoritäten des Islams noch stärker widersprochen werden», verlangte Kauder. Diese müssten «doch selbst ein hohes Interesse haben, dass ihre Religion nicht von Fanatikern diskreditiert wird».

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Viele Türken in der Bundesrepublik informieren sich vor allem über türkische Medien, die mehrheitlich regierungsnah sind. Erdogans islamisch-konservative AKP wird zudem hierzulande von der Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD) unterstützt, die als gut organisierter Verband gilt. Aber auch die türkische Zuwanderungsgeschichte könnte eine Rolle spielen: Die ersten Gastarbeiter kamen aus zumeist ländlichen und damit eher konservativen Regionen in die Bundesrepublik.

Wann begann die Zuwanderung türkischer Staatsbürger nach Deutschland?

Mit der Unterzeichnung des Abkommens über die Anwerbung türkischer Arbeiter am 30. Oktober 1961 im heutigen Bonner Stadtteil Bad Godesberg. Zwischen 1961 und 1973 bewarben sich 2,7 Millionen Menschen in der Türkei um einen Arbeitsplatz in der Bundesrepublik, doch nur rund 750.000 kamen tatsächlich hierher.

AA: Türkei verweigerte rund 100 Deutschen die Einreise

  AA: Türkei verweigerte rund 100 Deutschen die Einreise Seit Anfang des Jahres ist rund 100 Deutschen an Flughäfen in der Türkei die Einreise verweigert worden. Oftmals sei dies „unter Verweis auf eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit” geschehen, heißt es in einer Antwort des Auswärtigen Amts auf eine Anfrage der Linksfraktion, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.Für Aufenthalte bis zu 90 Tagen benötigen Deutsche für die Türkei kein Visum. Bei wie vielen der Betroffenen es sich um Doppelstaatler handelt, die auch einen türkischen Pass haben, geht aus dem Schreiben nicht hervor.

Geht die Zerreißprobe für das Land auch nach dem Urnengang weiter? Und was bedeutet das Referendum für die Beziehungen zu Deutschland ? Gesellschaft in der Türkei . Die Erdogan -Partei AKP erhält Unterstützung von türkischen Nationalisten – seine Anhänger sind gegen die Interessen

Iran. Naher Osten. Deutschland . Fotostrecke. Products. Mehr . Revolutionsoberhaupt. 404.

Wie wurden die türkischen Arbeitskräfte damals ausgewählt?

Anfangs von einer Außenstelle, die das deutsche Arbeitsamt eigens in Istanbul eröffnet hatte. Spätestens mit dem verstärkten Nachzug von Familienangehörigen aus der Türkei in den 70er Jahren wurden die türkischen Gastarbeiter schließlich zu Einwanderern.

Wo in Deutschland leben heute die meisten türkischstämmigen Menschen?

Von den knapp drei Millionen Türkischstämmigen lebte zum Jahresende 2015 jeder Dritte in Nordrhein-Westfalen. Viele Menschen aus der Türkei oder mit türkischen Wurzeln zählen die Statistiker zudem in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Berlin.

Waren sämtliche drei Millionen Türkischstämmige bei dem Referendum wahlberechtigt?

Nein, Voraussetzung ist die türkische Staatsbürgerschaft. Gut anderthalb Millionen der hier lebenden Türken sind türkische Staatsbürger, 1,4 Millionen von ihnen sind im stimmfähigen Alter und durften abstimmen. Die türkischen Staatsangehörigen bilden übrigens die größte Gruppe unter den in Deutschland lebenden Ausländern. Mit deutlichem Abstand folgen Polen und Italiener.

Seit wann dürfen sich Türken in Deutschland an Wahlen in ihrer Heimat beteiligen?

Seit der Präsidentschaftswahl im August 2014 können die Türken im Ausland ihre Stimme in Konsulaten abgeben. Zuvor hatten sie nur innerhalb der Grenzen der Türkei abstimmen dürfen.

Wie hoch war die Wahlbeteiligung bei früheren Urnengängen?

Bei der jüngsten Parlamentswahl in der Türkei im November 2015 machten rund 41 Prozent der Türken in Deutschland von ihrem Stimmrecht Gebrauch - damals lag die Wahlbeteiligung also noch unter derjenigen beim Verfassungsreferendum vom Sonntag. Bei der damaligen Parlamentswahl kam die AKP in Deutschland auf 59,7 Prozent der Stimmen, während sie in der Türkei 49,5 Prozent erhielt. (afp)

Türkische Opposition scheitert nach Referendum vor Gericht .
Die Opposition in der Türkei hat nach dem umstrittenen Verfassungsreferendum eine erneute Niederlage erlitten: Das oberste Verwaltungsgericht wies am Dienstag einen Antrag der Oppositionspartei CHP zu kurzfristigen Änderungen der Wahlrichtlinien bei dem Referendum ab. Das Gericht könne kein Urteil zu der Entscheidung der Wahlkommission fällen, da es sich um keine "verwaltungstechnische Prozedur" gehandelt habe, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Die Hohe Wahlkommission hatte bei dem Referendum während des Wahltags am 16. April kurzfristig entschieden, ungestempelte Wahlzettel als gültig zu werten.

Source: http://de.pressfrom.com/nachrichten/welt-politik/-35705-referendum-warum-erdogan-in-deutschland-mehr-unterstutzung-hat-als-in-der-turkei/

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