Welt & Politik "Schlechter Deal" : Trump will neue US-Botschaft in London nicht eröffnen

18:50  12 januar  2018
18:50  12 januar  2018 Quelle:   RP ONLINE

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Das Gebäude der US-Botschaft der USA in London am Grosvenor Square. © dpa, jka cul Das Gebäude der US-Botschaft der USA in London am Grosvenor Square.

Der US-Präsident Donald Trump hat angeblich aus Ärger über den neuen Standort der US-Botschaft in London eine Reise nach Großbritannien abgesagt. Dort sollte er die hochmoderne, stark gesicherte diplomatische Vertretung im Februar offiziell eröffnen.

Er sei kein großer Fan von der unter seinem Amtsvorgänger Barack Obama getroffenen Entscheidung, den bisherigen Sitz in bester Lage für "Peanuts" zu verkaufen und eine neue Botschaft für 1,2 Milliarden Dollar (etwa eine Milliarde Euro) an einem abseitigen Standort zu bauen, twitterte Trump in der Nacht zum Freitag. "Schlechter Deal. Da werde ich kein Band durchschneiden!"

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Der Tweet enthält einen peinlichen Schnitzer: Berichte über die neue Botschaft in London gab es schon im Oktober 2008 - damals war der Demokrat Obama aber noch gar nicht im Amt. Trumps republikanischer Parteifreund George W. Bush war zu der Zeit Präsident der USA.

"Trump hat die Botschaft verstanden"

Grund für Trumps Absage könnten nach Angaben von Politikern und britischen Medien auch befürchtete Massenproteste sein. "Er hat die Botschaft verstanden", teilte Londons Bürgermeister Sadiq Khan am Freitag mit. Viele Briten seien nicht mit Trumps Politik einverstanden. Khan und Trump hatten sich bereits nach einem Terroranschlag in London einen Schlagabtausch per Twitter geliefert.

Fraglich ist, ob der US-Präsident trotz allem in diesem Jahr zum offiziellen Staatsbesuch nach Großbritannien kommen wird. Die britische Premierministerin Theresa May hatte Trump nach dessen Amtsantritt im Januar 2017 als erste weltweit führende Politikerin im Weißen Haus besucht und die Einladung ausgesprochen. Dies stieß auf heftigen Protest in Großbritannien; Massendemonstrationen werden erwartet. Ein Regierungssprecher in London wollte auch am Freitag auf Anfrage nicht sagen, für wann dieser Besuch genau geplant ist.

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Besonders pikant: Bei dem Staatsbesuch soll Trump auch von Königin Elizabeth II. empfangen werden und in einer vergoldeten Kutsche mit ihr auf einer Prachtstraße fahren. Auch ein gemeinsames Dinner ist geplant. Viele Briten halten das schon seit längerem für unangemessen und wollen den Besuch daher herabstufen. Die Regierung lehnt das ab.

Die bisherige US-Botschaft befand sich am Grosvenor Square im wohlhabenden Londoner Viertel Mayfair, die neue in Nine Elms im Süden der Hauptstadt. Ihre Arbeit am neuen Standort wird die Botschaft am 16. Januar aufnehmen, die offizielle Eröffnung findet später statt.

Das neue futuristische Botschaftsgebäude ist schwer, aber nahezu unsichtbar gesichert. Der vom Architekturbüro Kieran Timberlake (Philadelphia) entworfene zwölfstöckige Glaswürfel soll bombensicher sein und liegt etwa 30 Meter von Straßen entfernt. Das Gebäude versorgt sich weitgehend selbst mit Energie. Noch im Dezember hatte US-Botschafter Woody Johnson zu Trumps geplanten Besuch gesagt: "Ich denke, er wird sehr beeindruckt von diesem Gebäude sein."

Die Beziehungen zwischen London und Washington waren in den vergangenen Monaten angespannt. Zuletzt gab es Streit um islamfeindliche Videos einer rechtsradikalen britischen Gruppe, die Trump per Twitter weiterverbreitet hatte. Selbst um die Golfplätze des US-Präsidenten im Vereinigten Königreich gibt es Ärger.

Trumps "Drecksloch-Äußerung": Afrikanische Staaten fordern Entschuldigung .
Die afrikanischen Vertreter bei den Vereinten Nationen haben sich zu einer Dringlichkeitssitzung über die angebliche Äußerung von US-Präsident Trump getroffen. Der soll im Zusammenhang mit unerwünschter Migration in die USA von "Drecksloch-Ländern" gesprochen haben. Die 54 UN-Botschafter erklärten, sie seien "äußerst erschüttert über die empörenden, rassistischen und fremdenfeindlichen Bemerkungen des Präsidenten der Vereinigten Staaten", über die Medien umfangreich berichtet hätten. Sie forderten Trump auf, sich für die Bezeichnung "Drecksloch-Länder" zu entschuldigen und sie zu widerrufen. Keine einzelne Bemerkung Die Botschafter beklagen in diesem Zusammenhang eine grundsätzliche Entwicklung in Washington. Sie seien "besorgt über den anhaltenden und wachsenden Trend der US-Regierung gegenüber Afrika und Menschen afrikanischer Herkunft, den Kontinent und Farbige zu verunglimpfen". Trump hatte zwei Insidern zufolge am Donnerstag bei einem Treffen mit US-Senatoren die Frage aufgeworfen, warum die USA Einwanderer aus Haiti und Afrika ins Land lassen sollen und in diesem Zusammenhang von "Drecksloch-Ländern" gesprochen. Der Präsident selbst bestritt die Wortwahl. Kritik von vielen Seiten Mehrere afrikanische Politiker bezeichneten Trump nach den Berichten über seine Bemerkung als Rassisten. Die Außenminister von Botswana und Senegal bestellten die US-Botschafter ein. Auch das Menschenrechtsbüro der Vereinten Nationen erklärte, Trumps Äußerungen seien ohne Zweifel rassistisch.

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